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DAS KOLLEKTIV STELLT SICH VOR:
Torben Heidrich
Tim Hendrik Holtorf
Johanna Ickert
Dagny Kleber
Benjamin J. Leven
Sünje Paasch-Colberg
Laura Schmidt
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Torben Heidrich:
Torben Heidrich soll an einem Sonntag im Jahre
1978 das Licht der Welt erblickt haben. Doch das ist mehr
als fraglich, denn sein Personalausweis weist als Geburtsort
Bielefeld aus, dessen Existenz nicht erst seit der Schöpfungstheorie
ernsthaft bezweifelt wird. Fest steht nur, das er irgendwo
in Ostwestfalen zwischen Rhein und Weser das Laufen und Sprechen
lernte, immer intelligenter wurde und schließlich nach
mehreren Schul- und Studienjahren das Examen zum Diplomjuristen
ablegte. Die Enge zwischen Sauerland und Weserbergland war
jedoch mit Torbens zunehmendem Freiheitsdrang nicht zu vereinbaren,
was letztlich zur Übersiedlung in den französischen
Sektor von West-Berlin führte. Hin- und hergerissen zwischen
Staatsanwaltsrobe am Tag und Adidas T-Shirt in der Nacht begann
hier erst sein richtiges Leben. In praktischer Anwendung des
juristisch Erlernten ließ er so manche Drogenparty hochgehen
und mischte sich unter Anmaßung nicht vorhandener Titel
in so manche Premierenparty. In diese Zeit fallen auch die
ersten Kontakte zu den übrigen Kolloquiumsmitgliedern,
die Torbens Verwandlungskünste sogleich zum Nutzen für
die gesamte Gruppe kennen und schätzen lernten. Am Schluss
dieser zwei Lehrjahre und einem weiteren - tatsächlich
erworbenen - juristischen Titel zum Volljuristen fand der
frisch gebackene Anwalt schnell den Einsteig in die Kanzleiwelt
am Kutschi. Nach einer verpatzten Fußballweltmeisterschaft
hieß es jedoch ebenso schnell wieder Abschied nehmen
aus Berlin. Über Hamburg verlief sein Weg zurück
nach Nordrhein-Westfalen, diesmal ins Rheinland, nach Düsseldorf.
Etwas miefiger als die Bundeshauptstadt, aber wenigstens mit
dem Titel "Landeshauptstadt" ausgestattet, geht
Torben seit 2007 in der Metropole am Rhein seiner Arbeit nach
und steht dem Kolloquium jederzeit auf Abruf zur Verfügung.
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Tim
H. Holtorf:
1979 geboren als Tim Hendrik Klaus Martin
Holtorf in (Bassum bei Bremen).
Nach den prägenden Eindrücken
als Zivildienstleistender im Rettungsdienst absolvierte er
zunächst erfolgreich ein BWL-Studium als Diplom Betriebswirt
(BA) an der Berufsakademie in Heidenheim an der Brenz. Die
Zeit in der schwäbischen Metropole wirkte sich auf ambitionierte
Toninstallationen aus, in denen Holtorf die unterschiedlichen
Mundarten des Deutschen verarbeitete (das Werk gilt leider
als Verschollen).
Mittlerweile widmet er sich in seinem Zweitstudium der Publizistik-
und Theaterwissenschaft, wobei vor ihn vor allem "poststrukturalistischer
Quatsch und andere kranke Ideen" beeinflussen. Als Mitbegründer
von der "Diskursinterventionskomagnie" KOLLOQUIUM
PRODUKT und RAUM, gehört er diesem Kollektiv seit 2006
an. Zur Zeit widmet er sich einer Interviewreihe mit Berliner
Kulturaffen. Neben diesen Projekten arbeitet Holtorf seit
längerem an Radio-Hörspielen (so z.B. 1988 "Die
Tim Holtorf Radio Show - mit Werbung!" oder 1999 "Zwei
unter sich" zus. Mit Stefan Suhr) und einer Photographischen
Reihe toter Tierkörper. Holtorf lebt, studiert und arbeitet
derzeit in Berlin.
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Johanna
Ickert:
1982 wurde Johanna in Hordorf ("Horrordorf")
bei Braunschweig geboren und sah laut Krankenschwester aus
wie Günter Strack. Da Johannas Oma eine Eisfabrik hatte,
waren immer viele Kinder bei Johanna, löffelten Eis und
schworen sich, für immer Freunde zu bleiben. Sie bildeten
ein Greenteam, sammelten Pfandflaschen auf Marktplätzen,
Johanna gewann den Spendenmarathon als Genmais-Schokoriegel
verkleidet. Doch sie spürte, dass die Welt noch mehr
zu bieten hatte. Sie kaufte sich eine Nissan Micra Topic mit
Faltdach und zog nach Bochum. Als jedoch eine ältere
Dame Johanna kurz nach ihrer Ankunft ein Hochhaus zeigte und
sagte, da seien schon viele wie sie runtergehopst, bekam Johanna
Angst und suchte Schutz in den dunklen Hinterhöfen Berlins.
Sie war ständig rastlos, begann ein Studium der Publizistik,
der Kulturwissenschaften, der Soziologie und der Europäischen
Ethnologie, und zog schließlich nach Südfrankreich,
denn sie war es leid, ständig gegen den Wind in der Karl-Marx-Allee
anzukämpfen. Als sie ausgeraubt wurde und einen Autounfall
erlitt, bekam sie den Titel Katastrophen-Hanni; Benjamin Leven
meinte, ein Fluch würde auf ihr liegen und holte sie
ins Colloquium. Doch neben Produkt und Raum rettete noch etwas
anderes ihren Seelenfrieden: Eisenhüttenstadt. Johannas
Auseinandersetzung mit der ersten sozialistischen Planstadt
war der Auftakt einer fulminanten Dokumentarfilm-Karriere.
Gerade arbeitet sie an einem weiteren Projekt zum Thema "Raven
auf sowjetischen Militärflughäfen als Mittel gegen
Schrumpfung" und bereitet ihren Auftritt bei der 18.
Frauenwoche in Eisenhüttenstadt vor.
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Dagny
Kleber
Das Leben von Dagny Kleber begann am Karnevalsdienstag
(27.2. 1976) in einer rheinischen Hochburg (Bendorf am Rhein),
jedoch viel zu früh: da die Krankenschwestern die Fernsehübertragung
einer Karnevalssitzung auf keinen Fall verpassen wollten,
bekam ihre Mutter Weheneinleitende Mittel und Dagny kam etwas
früher zur Welt ("Das hätte noch eine Woche
gekonnt", so die Hebamme beim Anblick des frisch geschlüpften
Säuglings). Seither versucht sie das Trauma dieser "Frühgeburt"
zu überwinden, aber behielt immer die vage Vermutung,
anders als die anderen zu sein. Deswegen besuchte sie nach
der Schule gleich noch mal eine Schule (Berufsbildende Schule
15 in Köln), wo sie 1998 ihre Ausbildung als gestaltungstechnische
Assistentin Schwerpunkt Multimedia (modern: Medienvorlagenherstellerin
oder Grafik Design ohne Studium) absolvierte. Dann folgte
die Arbeitswelt und die war nicht schön. Dagnys Gefühl
von Unzugehörigkeit wurde größer und manifestierte
sich in einer abnormalen Verehrung für Claus Kleber,
den ehemaligen ZDF-Washington-Korrespondenten und heute-Moderator.
Die Hoffnung auf eine entfernte Verwandtschaft wurde so groß,
dass Dagny 2001 das Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
an der Freien Universität Berlin begann, um ihrem großen
Vorbild zumindest in beruflicher Hinsicht näher zu kommen.
Statt ins Fernsehen verschlug es sie jedoch in die große
weite Welt des Films. Das dreimonatige klassische Ausbeuterpraktikum
in einer Berliner Produktionsfirma, brachte ihr am Ende jedoch
nur 450 Euro und drei Kilo Gewichtsverlust ein. Filme anschauen
lag ihr sowieso vielmehr als sie produzieren, deshalb wechselte
Dagny 2004 ins Festivalfach und wurde Head of Shorts bei britspotting
- britisches & irisches Filmfestival in Berlin. Zu Kolloquium
Produkt und Raum stieß zunächst als Gast, erkannte
aber schnell das Potential und sorgte seither für eine
gelungene Gruppendynamik und erspart dem ein oder anderen
(und sich selbst) die Kosten für eine Gruppentherapie.
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Benjamin J. Leven:
Benjamin Leven wurde 1981 in der BRD-Hauptstadt
Bonn a. Rh. geboren. Die ständige Lärmbelästigung
durch Hubschrauber der Bundeswehr, die Politiker und andere
wichtige Persönlichkeiten täglich vom Flughafen
Köln-Wahn ins Bonner Regierungsviertel transportierten
und dabei seine Kinderwiege überflogen, ließen
in ihm früh die Neigung zu Nervosität und innerer
Unruhe entstehen. Schon bald unternahm Benjamin erste schöpferische
Versuche. Fürs Malen zu ungeschickt, für die Musik
nicht diszipliniert genug - wiewohl er es zum zweiten Flötisten
des Schulorchesters brachte - wandte er sich bald der Gattung
zu, die weder Konzentration noch Ausdauer erfordert: dem kurzen
Text. Das Hantieren mit Weihrauch bereits in Kindesalter weckte
in Benjamin das Interesse an der Religion.
Nach dem Schulabschluss begab er sich darum nach Berlin um
das Studium der katholischen Theologie und der Publizistikwissenschaft
aufzunehmen. Auslandssemester führten ihn nach Utrecht
und Rom.
Der Wedding ist Benjamin mittlerweile zur zweiten Heimat geworden;
der kulturelle Aufschwung dieses Bezirks liegt ihm am Herzen.
Er stellt darum seine Arbeitskraft gegen geringe Entlohnung
dem Quartiersmanagement Pankstraße zur Verfügung,
wo er für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig
ist.
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Sünje
Paasch-Colberg:
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Laura
Schmidt:
Im 100. Todesjahr von Karl Marx geboren und
nach seiner Tochter, Laura benannt, obwohl durch die Adern
ihrer Familie blaues Blut sächsischen Landadels fließt,
wuchs sie im Industriekessel des Elbsandsteingebirges mäßig,
aber glücklich heran, als sie mit ihrer Familie einer
Luftveränderung wegen in das Flachland Brandenburg bei
Berlin ziehen musste. Dort erlebte Laura quasi im Auge des
Sturms den Mauerfall kurz vor ihrer Einschulung hautnah. Reminiszensen,
wie Pionierhalstücher, lernte Sie nur kennen, weil sie
sie aus dem Müll fischte. Schon 10 Jahre später
mobilisierte sie gegen den Kosovokrieg an meiner Schule, worauf
sie Fördermittel für einen Sonderforschungsbereich
für genderspezifische historische Regionalstudien erhielt.
Es folgte ein Kunstgeschichtsstudium im Westen Berlins, bei
mittelalterlichen Buchmalereistudien in Paris zog sie sich
jedoch eine schwere Stauballergie hinzu. Da sie eh Kulturstaatsministerin
wird, kündigte sie letztes Jahr ihre studentische Assi-Stelle
an der Uni und beendete so die wissenschaftliche Laufbahn.
Nun geht sie viel raus, studiert vor Originalen, spricht mit
Menschen und versucht sich nebenher in ihrer ersten verantwortungsvollen
Rolle als "head of photodepartment" bei Wim Wenders.
Die Kunst liegt ja bekanntlich vor der Tür, gerade in
Berlin.
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